Auch in diesem Jahr starteten die Judoka des ATSV Habenhausen (erstmals unter neuem Namen) beim Bezirksmannschaftspokal im Bezirk Braunschweig. Bei diesem Mixed-Team-Wettbewerb gibt es drei Frauengewichtsklassen (-57kg, -70kg und +70kg) sowie fünf Männergewichtsklassen (-66kg, -73kg, -81kg, -90kg und +90kg). Wer die meisten Gewichtsklassen für sich entscheiden kann, gewinnt die Team-Begegnung, bei Gleichstand findet ein Entscheidungskampf in einer ausgelosten Gewichtsklasse statt. Nachdem unsere Mannschaft im Vorjahr ganz oben auf dem Treppchen gestanden hatte, sollte auch dieses Mal wieder Gold her. Die Mission lautete also „Titelverteidigung“.
Der erste Kampf in der Vorrunde gehörte direkt dem Team des ATSV: Im Kampf gegen das Team von der JKCS Göttingen, startete Tim im Auftaktkampf in der Gewichtsklasse -73kg. Nach einem Rückstand kämpfte er sich zunächst zurück, holte eine Wertung mit einem Ko-Uchi-Gari, musste sich aber anschließend durch einen Armhebel geschlagen geben, bei dem er sich leider verletzte. Linus (+90kg) sicherte sich nach kurzem Kampf mit einem Ko-Soto-Gake den Ippon und damit den Ausgleich für den ATSV Habenhausen. Die Führung konnte dann Lara (-57kg) erzielen, nachdem sie aufmerksam im Übergang Stand-Boden arbeitete und ihre Gegnerin mit Kesa-Gatame festhielt. Lucas (-90kg) musste seinen Kampf gegen einen körperlich starken Gegner abgeben, ehe Jana (+70kg) ihre Gegnerin mit einem Uki-Goshi besiegen und somit die erneute Führung erobern konnte. Im Kampf -66kg konnte Maurice in seinem ersten Kampf im Erwachsenen-Bereich überzeugen und mit einem schönen Koshi-Guruma gewinnen. Berit (-70kg) konnte gegen ihre Gegnerin nach anfänglicher Führung noch ein Unentschieden sichern. Obwohl der Team-Sieg schon feststand, ließ sich Jan (-81kg) seinen Sieg dennoch nicht nehmen und besiegte seinen Gegner nach wenigen Sekunden mit einem Ko-Soto-Gake, sodass am Ende ein deutliches 5:2 auf der Anzeigetafel stand.
Nach einer kurzen Kampfpause startete das ATSV-Team gegen den Braunschweiger Judo Club in der Gewichtklasse -73kg dieses Mal mit Zion, der seinen ersten Kampf auf diesem Niveau mit einem geschickten Tani-Otoshi für sich entscheiden konnte. Im zweiten Kampf konnte Linus (-90kg) durch einen eindrucksvollen Sasae-Tsuri-Komi-Ashi auf 2:0 stellen. Lara (-57kg) musste sich anschließend mit einem Haltegriff geschlagen geben. Lucas (-90kg) ging motiviert auf die Matte, um seine Niederlage aus der ersten Runde wettzumachen und legte einen reiferen Auftritt hin, bei dem er seinen Gegner schließlich mit einem Soto-Maki-Komi besiegen konnte. Jana (+70kg) sicherte sich kampflos das 4:1 und damit den vorzeitigen Sieg. Anschließend blieb Maurice (-66kg) hellwach und setzte das im Training einstudierte „Werfen gegen Gegner im Kniestand“ mit einem O-Soto-Gari perfekt zum 5:1 um. Berit erhöhte mit einem guten Stand-Boden-Übergang nach Uchi-Mata zum Kesa-Gatame sogar auf 6:1. Jan (81kg) musste sich im letzten Kampf seinem starken Gegner geschlagen geben, sodass der zweite Team-Kampf mit 6:2 ebenfalls deutlich an den ATSV ging.
Im letzten Kampf der Vorrunde traf das ATSV-Team auf das gastgebende Team JC Peine und wollte zeigen, dass man trotz weniger Wechselmöglichkeiten noch eine Portion drauflegen konnte. Erneut machte Zion (-73kg) den Auftakt, erneut gewann er souverän, dieses Mal mit einem Ura-Nage. Auch Linus (+90kg) sollte in der Vorrunde ungeschlagen bleiben und schickte seinen Gegner nach wenigen Sekunden mit einem De-Ashi-Barai auf die Matte. Lara sicherte sich kampflos den Punkt, sodass bereits ein 3:0 auf der Anzeigetafel stand. Anschließend wechselte der ATSV in der Gewichtsklasse -90kg Marcel statt Lucas ein. Marcel konnte seinen Gegner mit seiner favorisierten Bodentechnik „Kopfquetsche“ und einem anschließenden Tate-Shiho-Gatame bezwingen. Darauffolgend konnte Jana (+70kg) ihren Kampf souverän mit einem Yoko-Shiho-Gatame gewinnen und damit auf 5:0 stellen. Maurice zeigte im Anschluss, dass er nicht vorhatte, in irgendeiner Weise nachzulassen und besiegte seinen Gegner nach Übergang Stand-Boden mit einem Kesa-Gatame. Danach ging Berit ebenso in ihren dritten Vorrunden-Kampf, zeigte ihre beeindruckende Ausdauer und blieb mit einem Unentschieden ebenfalls ungeschlagen in der Vorrunde. Den Schlusspunkt setzte Jan, der seinen Gegner mit einem Uchi-Mata besiegte und somit auf das Endergebnis 7:0 für den ATSV Habenhausen erhöhte.
Ungeschlagen ging das ATSV-Team damit ins Halbfinale gegen den MTV Isenbüttel mit der gleichen Aufstellung, wie zuvor, lediglich in der Gewichtsklasse -90kg wurde von Marcel wieder zu Lucas gewechselt.
Der Kampf begann zunächst wie schon aus den letzten beiden Kämpfen gewohnt: Zion (-73kg) besiegte seinen Gegner mit einem Konter nach hinten (Ura-Nage) und sicherte dem ATSV-Team den ersten Punkt. Leider musste sich Linus (+90kg) anschließend seinem starken Gegner im Boden geschlagen geben. Daraufhin musste sich auch Lara (-57kg) ihrer Gegnerin geschlagen geben. Lucas (-90kg) glich mit einem Soto-Maki-Komi wieder aus, ehe Jana (+70kg) mit einem Haltegriff auch ihren vierten Kampf souverän gewinnen konnte. Nachdem sich Maurice (-66kg) an diesem Tag erstmalig geschlagen geben musste, konnte Berit (-70kg) wiederum ihren Kampf im Boden mit Ushiro-Kesa-Gatame gewinnen. Da Jan (-81kg) im letzten Kampf leider eine Niederlage einstecken musste, endete der Team-Kampf zunächst 4:4 unentschieden. Als Entscheidungskampf wurde die Gewichtsklasse -57kg ausgelost. Nach anfänglicher Führung, die nur sehr knapp nicht für einen Ippon gereicht hatte, musste sich Lara trotz deutlicher Steigerung im Vergleich zum ersten Kampf letztlich im Boden ihrer Gegnerin geschlagen geben.
So ging die Mission Titelverteidigung zwar am Ende nicht ganz auf, über die Bronze-Medaille durften sich ATSV-Judoka aber schlussendlich dennoch freuen. Verdient hatten sie sich nach den starken Kämpfen und der am Ende sehr knappen Halbfinale-Niederlage auf jeden Fall. Den Titel gewann die JKCS Göttingen, die man in der Vorrunde noch 5:2 geschlagen hatte.
Das Trainer-Team Aris und Marcel waren sehr zufrieden mit den gezeigten Leistungen, sahen aber bei dem ein oder anderen Kampf auch noch Potential nach oben. Insbesondere fielen die beiden „Frischlinge“ Maurice und Zion positiv auf, auch der Übergang Stand-Boden klappte in den meisten Kämpfen sehr gut. Marcel fasste zusammen: „Schade, dass es heute knapp nicht fürs Finale gereicht hat, am Ende mussten wir auch dem wegen Verletzungen und anderer Ausfälle dünn besetzten Team Tribut zollen. Da haben dann im Halbfinale im Vergleich zum sehr breit aufgestellten MTV Isenbüttel vielleicht an der ein oder anderen Stelle ein paar Körner gefehlt. Dennoch kann jede:r im Team stolz auf die Leistung sein.“
